Heide Nord

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Utopische Modelle im Hinblick auf die Rolle, die sie dem Individuum geben

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1f3fc9704a7b22ae91121c1895a708601389524583 Neben Arbeiten, die konzeptionell und ästhetisch untrennbar mit einer Thematik verbunden sind, stehen solche, die ich als Module verwende, und die gegebenenfalls eine Brücke zwischen Arbeitskomplexen bilden können.
Zuletzt habe ich mich meinen Fokus auf die Bewegung der Kryoniker und ihren 2011 verstorbenen Pionier Robert Ettinger gerichtet. Das Spannungsfeld aus biopolitischer Utopie, Bestattungsindustrie und Forschungsgesellschaft sind Kernthema und Anlass meiner Auseinandersetzung.
Ettinger formulierte 1964 in „The Prospect of Immortality“ die Idee der Kryonik, die Idee durch das Einfrieren des menschlichen Körpers ein längeres Leben durch Hilfe „unserer Freunde aus der Zukunft“ zu erlangen. Die Zukunft ist Ort der Projektion, die Hinwendung zum und Abwendung vom Leben, Bisher entstanden sind der Arbeitskomplex „Aussicht auf Unsterblichkeit I – IV“ 2011 - 2013, die Skulptur „A Soft Bed“ 2013, die Portraitreihe zu Dr. James Bedford (erster Kryonikpatient 1967) 2013, sowie eine Serie von Malereien aus dem Jahr 2013, die Kurven des Kühlungsprozesses verschiedener Kryonikpatienten zum Motiv haben.
In den Papierarbeiten „Bevölkerungswachstum und seine Folgen“ 2011 und „EU-Haushaltsdefizit“ 2012 verhandele ich die visuelle Repräsentation von Bevölkerungswachstum und Finanzkrise. Die wissenschaftliche Methode Information in abstrakte Zeichen (Kurven, Diagramme, Balken) zu übersetzen, führe ich in die reine Form zurück und konzentriere mich über die Extraktion der Zeichen auf ihr ästhetisches Potential, mache sie erneut zu Objekten der Spekulation.
Die Papierarbeiten präsentiere ich auf Displays, die das Motiv von Auf- und Abstieg abermals aufgreifen.
„Liebesgrüße aus Ischewskoje“, „Ich fühl mich nicht allein“ resultieren aus der Beschäftigung mit Konstantin Ciolkovskii auf Basis des Buches „ Die Neue Menschheit - Biopolitische Utopien in Russland zu Beginn des 20.Jahrhunderts“ von Boris Groys und Michael Hagemeister.
„Andere wollen alleine sein“ und „Glauben sie an etwas, an die Liebe vielleicht“ sind Arbeiten die im Rahmen meines Projektes zu Daniel Paul Schreber und Sigmund Freud entstanden sind, an dem ich seit 2011 arbeite. Daniel Paul Schreber (1842 Leipzig – 1911 ebenda), war der Sohn des sog. „schwarzen Pädagogen“ Moritz Schreber und Autor des selbstreflexiven und autobiografischen Buches „Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken“ (1903). Auf Basis dieser einzigartigen Schrift veröffentlichte Sigmund Freud im Jahre 1911, die noch heute aufgrund ihres spekulativen Charakters stark diskutierte Abhandlung „Psychoanalytische Bemerkungen zu einem autobiographisch beschriebenen Fall von Paranoia (Dementia Paranoides)“, in der er grundsätzlich einen homosexuellen Konflikt als Ursache für Schrebers psychischen Zustand, bzw. dem von Männern im Allgemeinen, beschreibt. Freud stellte die Diagnose auf Basis der Schrift, ohne dass je eine persönliche Begegnung stattgefunden hätte. Das Hauptziel meines künstlerischen Projektes ist die posthume Begegnung der beiden Protagonisten im Ausstellungsraum, sowie die Untersuchung der sexuellen Identität in Bezug auf Individuum und Gesellschaft.

Projektvorstellung:
Während des Aufenthaltes plane ich die Auseinandersetzung mit dem Movimento Nucleare, im Speziellen mit Joe Colombos futuristischen Design. Mein besonderes Interesse gilt seinen multifuntionalen und variablen LebensWohnmaschinen wie Visiona I 1969, Appartment Via Argelati 1970, Total Furnishing Unit 1971-72 und dem Entwurf Città Nucleare 1952.
Das visionäre Design Colombos möchte ich im Zusammenhang mit der bahnbrechenden und bedeutsamen Forschungsarbeit italienischer Kernphysiker und Experimentatoren der 30er/ 40er Jahre um und mit Enrico Fermi betrachten.
Während Joe Colombo als Mitglied des "Movimento Arte Nucleare" den Forschungen Fermis dezidiert kritisch gegenüberstand, gab es ästhetische Gesichtspunkte die Einfluss auf sein Design ausübten und generell ein grosses Interesse in der Verwendung neuer Materialien. Zusammen mit der Betrachtung von Science Fiction Klassikern wie Barbarella ergibt sich ein Spannungsfeld das die Schnittstelle von Kunst/ Design und Wissenschaft auf mehrfache Weise berührt.
Abgesehen von der Thematik möchte ich diese auch über die Form meiner künstlerischen Auseinandersetzung herstellen. Ähnlich wie bei der Serie von Malereien zum Kühlungsprozess einzelner Kryonikpatienten möchte ich bestimmte Messungen der Fermi Gruppe, in abstrakte künstlerische Arbeiten übertragen. Konkret denke ich momentan an die Übertragung eines Kurvenausschnitts in ein Neonobjekt (gebogene Neonröhre).





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Heide Nord

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Vita

1980 geboren in Halle (Saale)
2000 - 2003 Studium im Fachbereich Textil bei Prof. Inge Götze. Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein. Halle (Saale)
2003 - 2004 Studium im Fachbereich Malerei bei Prof. Katharina Grosse. Weißensee Kunsthochschule Berlin
2004 - 2007 Studium im Fachbereich Malerei bei Prof. Arno Rink und Prof. Neo Rauch. Hochschule für Grafik und Buchkunst. Leipzig
2007 Diplom für Bildende Kunst, HGB-Leipzig
2008 - 2009 Sculpture Department. Royal College of Art. London
2007 - 2010 Meisterschülerin bei Prof. Neo Rauch

STIPENDIEN
2008 - 2009 Arbeitsstipendium der Jürgen Ponto-Stiftung. Frankfurt am Main
2008 - 2009 DAAD Stipendium für Großbritannien
2009 Projektstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
2011 Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

ÖFFENTLICHE SAMMLUNGEN

MMK, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt a.M.
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen


Ausstellungen

Ausstellungen (Auswahl)

EINZEL-, DOPPELAUSSTELLUNGEN

2013
»A Soft Bed« Galerie Florent Tosin, Berlin
2012
»Heide Nord« Galerie Florent Tosin, Berlin
2011
»Immer davon reden, nie daran denken« Kunstraum Ortloff, Leipzig
2010
»Jürgen Ponto Stipendiaten« mit Falke Pisano. (Museum für Moderne Kunst) MMK Zollamt. Frankfurt am Main
»kina kina« mit Sebastian Burger. maerzgalerie. Leipzig
2009
»Wir werden alle Fiesen killen« mit Carsten Tabel. dieschoenestadt. Halle/S.
2008
»NOBODY IN THE CHAIR.NOBODY IN THE BOOK.NOBODY IN THE RAIN.« mit Sebastian Burger. Galerie Gabriel Rolt. Amsterdam
»white light from the dark sky« Galerie Brigitte Maurer. Frankfurt a.M.

AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN
2013
»A tulip. A bubble. A dead cinch. « Bilbao Arte, Bilbao
2012
»A tulip. A bubble. A dead cinch. « D21, Leipzig
»DAAD 2012« Kingsland Studios, London
»Artists against Aids« Kunstmuseum Bonn
»Die Bilder sind unter uns« Galerie Queen Anne, Leipzig
2011
»Die Zukunft hatte begonnen« Kunstverein Leipzig
»Ortloff. Wir belohnen sie« Kunstraum Ortloff, Leipzig
»20 Jahre Gegenwart. MMK 1991 - 2011« Museum für Moderne Kunst. MMK Zollamt. MainTor – Areal. Frankfurt am Main
»After the Goldrush« Kunstverein Speyer e.V. Kulturhof Flachsgasse
2010
»The Blackdoor Files« Black Door. Istanbul
»think german/ new german art« Deutsche Botschaft. London
»Von Vorn« Meisterklasse Neo Rauch. Landesgartenschaugelände Aschersleben. Bestehornpark / Riegel
»N.I.C.H.T.S.L.O.S.« ZERN. Berlin
»TO HELL WITH GOOD INTENTIONS« Galerie Maurer. Frankfurt am Main
2009
»DAADADA« Ada Street Gallery. London
»Summer Show RCA« Sculpture Department Royal College of Art. London
»Carte Blanche VI: VNG-Verbundnetz Gas AG East-for the record« Galerie für Zeitgenössische Kunst. Leipzig
2008
»Junge Kunst« Kunstverein Hohenaschau
»2D« Zweidimensionale. Kunsthalle der Sparkasse Leipzig

PUBLIKATIONEN
2012
»Artists Against Aids« Ausstellungskatalog, Deutsche Aidsstiftung [Hrsg.], Bonn

2011
»Hot Spot Berlin« Ausstellungskatalog, Sebastian C. Sprenger [Hrsg.], Berlin
»Annual Art Magazine 2010-11« mit einem Text von Evelyn Pschak, A.P.C. Trading Ltd [Hrsg.], Zypern

2010
»VON VORN« Ausstellungskatalog, Stadt Aschersleben[Hrsg.], Aschersleben
»Spucke in die Unendlichkeit« Katalogbuch. Heide Nord [Hrsg.] Berlin

2009
»Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig« Institut für Buchkunst [Hrsg.], Leipzig

2008
»Zweidimensionale« Ausstellungskatalog. Kunsthalle der Sparkasse Leipzig