Heidi Sill

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Weather_cloudsÄhnliche_Wirkungen  

F18268263b848e100c8198176cbfe9031230927605 Meine Arbeiten setzen sich vor allem mit der Diskrepanz zwischen den glanzvollen ästhetischen Oberflächen der Gesellschaft und dem einlösbaren Gehalt hinter diesen ästhetischen Versprechungen auseinander.

Seit Anfang 2003 beschäftige ich mich mit dem Zusammenhang zwischen Physiognomie und Personalität. Zunächst arbeitete ich dabei mit Models als Verkörperungen idealer Schönheit und vervollkommneter Erscheinung, später mit „Alltagsphysiognomien“ im Rahmen eines Unternehmensprojekts. Dabei bilde ich die Silhouetten von Menschen ab und setze sie in einem zeichnerischen Prozess neu zusammen. Ich untersuche einerseits den Begriff der Schönheit in unserer Gesellschaft als körperliches Phänomen, andererseits richtet sich mein Interesse auf die Individualität, die sich in dieser äußeren, zuweilen fast genormten Kontur sichtbar erhält.

Es interessiert mich dabei wie sich verschiedene „Menschengruppen“ bei gleicher schematischer Behandlung der äußeren Form verschieden verhalten. Welche Unterschiede werden deutlich wenn es sich um Abbildungen von Models, Arbeitnehmern und Handwerkern oder um die Gegenüberstellung von Toten und um Opfer von Brandverletzungen handelt.

Dabei verwende ich lediglich die Umrisslinien der Körper bzw. der Gesichter und lege diese mehrfach (mittels schwarzer Künstlertusche auf Papier oder als Wandzeichnung) übereinander, so dass keine Widererkennung des individuellen Menschen möglich ist. Diese Umrisslinien verdichten sich zu einem Netz einander überlagernder Kurven, in denen sich zwar noch Gesten, Körperteile und die stilisierten Haltungen der Images erkennen lassen, die einzelnen Körper oder Gesichter jedoch nicht mehr einzeln auflösbar sind.

Das Individuum verschwindet so hinter einer typologischen Betrachtung. Erkennungsmerkmale wie Augen oder Gesichtszüge werden nicht abgebildet. Es geht nur um die Silhouette, die ich jedoch niemals erfinde, sondern immer auf reale Gesichter oder Körper zurückgreifen, weil es ja gerade um die Rekonstruktion des Idealen, denkbar Schönen, verborgen Ästhetischen geht. Paradoxerweise erzählt gerade das Musterhafte, die serielle Überlagerung von der Individualität.

Die Reduktion der Vielfalt physiognomischer Eigenheiten reduziert die Menschen durchaus nicht zum unterschiedlosen entindividualisierten Objekt. Sie leitet vielmehr wie in den physiognomischen Studien des 19. Jahrhunderts aus dem Einzelphänomen Spuren des Allgemeinen ab. Dabei verdichtet sich die Summe der Einzelmerkmale zu einer Typologie der Standards und Abweichungen. Die Zeichnung bildet ab was sein könnte, wenn man statt des fotografischen Details die Vielgestalt der Wirklichkeit hinter den äußeren Oberflächen erfassen könnte.

Detailinformationen unter Projekt: "Ähnliche Wirkungen I" + "Ähnliche Wirkungen II"





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Heidi Sill

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Vita

1986 - 92 Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Rolf-Gunter Dienst und Karl Georg Pfahler
1991 Stipendium Sommerakademie Salzburg bei Roman Opalka
1993 - 95 Projektstipendium des Freistaates Bayern zur Förderung des künstlerischen und wissenschaftlichen Nachwuchses mit verbundenem Reisestipendium USA
1994 Debütantenpreis des Freistaates Bayern
1995 Institut des Hautes Etudes en Arts Plastiques, Paris
1995/96 Cité Internationale des Arts, Paris, La Ville de Paris
1996 Debütantenpreis Paris, Direction d' Affaires Culturelles de la Ville de Paris
1997 Preisträger des Förderkreises Bildende Kunst e.V. Nürnberg
1998 Cité Internationale des Arts, Paris, La Ville de Paris
1999/2000 Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin
2000 Gastdozentin an der Hochschule für Bildende Künste Valence (F)
2000 Kuratorin der Ausstellung "transstruction paris - nürnberg,
Positionen zeitgenössischer französischer Kunst", Kunstbunker Nürnberg
2001 Résidence Couvent de la Tourette (LeCorbusier), Frankreich
2001 Preisträger Kulturforum Franken, Nürnberg
2004 Preisträger, Kunst im Bau, GASAG Berlin
2007 Preisträgerin, Kunst im Bau, Kreishandwerkerschaft Fürth, Bayern
2007 Kuratorin der Ausstellung "Zone de défense", Kohlenhof Kunstverein Nürnberg e.V.
2008 Figurations of Knowledge, Vortrag im Center for Literary and Cultural Research, Berlin
2008 KWW-Stipendium, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen


Ausstellungen

E I N Z E L A U S S T E L L U G E N (Auswahl)

2008 Galerie Visite ma tente, Berlin
2006 Brandenburgischer Kunstverein Potsdam e.V., Potsdam
2003 Galerie Sima, Nürnberg
2000 Showroom der Galerie Lindig in Paludetto, Nürnberg
1998 Studio de la Penseé Materielle, Paris (F)
1989 Galerie Sima, Nürnberg
1997 Goethe Institut, Paris (F)
1997 Galerie chez Eriko Momotani, Paris (F)
1996 Galerie Jorge Alyskewycz, Paris (F)
1994 Kohlenhof Kunstverein Nürnberg e.V., Nürnberg
1990 Kunsthaus Nürnberg, Nürnberg

G R U P P E N A U S S T E L L U N G E N (Auswahl)

2009
Kunstverein Tiergarten Nord, Berlin
Club Transmediale, Berlin

2008
"Hidden Treasures", General Public, Berlin
"Klub 500", Kunsthaus Erfurt
"Paperfile #2", Galerie oqbo, Berlin
"silent auction", glue, Berlin
"Ende einer Dienstzeit", Oechsner Galerie, Nürnberg

2007
"Kunst im Wald", Brandenburgischer Kunstverein Potsdam e.V.
"Summer Camp", Galerie Visite ma tente, Berlin
"Gabriele Münter Preis", Martin Gropius Bau, Berlin und Frauenmuseum, Bonn

2006
"Finissage", 2yk Galerie, Berlin
"Farewell Gostenhof" , Kohlenhof Kunstverein Nürnberg e.V.

2004
"_talking about business", Galerie Sima, Nürnberg
"Rassismus, Sexismus und das Dritte", glue, Berlin
"100 Mona Lisa valent mieux qu'une", L'Espace Paul Ricard, Paris (F)
"Galerie 1:10 Barbara Sturm", Heeresbaeckerei - Kultur, Berlin
"ArtCubicle", Galerie & Projekte Mathias Kampl, München, Berlin

2003
"Grube + Pendel", Positionen + Tendenzen, Kunsthalle Nürnberg, Institut für Moderne Kunst und Kunstverein Nürnberg

2002
"Ida Hill", Participation an einer Arbeit von Franck David, Palais de Tokyo, Paris (F)
"transcube", Stadtkunstprojekt des Kunstvereins Bonn
"imagespassages", Rencontres Video, Annecy (F)
"Station, Stadtionnement, Stationner", Cinema Le Trianon, Paris (F)
"lovely", Kohlenhof Kunstverein Nürnberg e.V., Nürnberg

2001
"Énonce le circonstance", Couvent de la Tourette (Le Corbusier), Lyon (F)
"Ortsbestimmung", Konrad-Adenauer Stiftung, Berlin
"flubdub", Kunsthalle Nürnberg, Nürnberg
"Ferveur", Les Subsistances, Lyon (F)
"Portrait", Galerie Lindig in Paludetto, Nürnberg

2000
Businesstower der Nürnberger Versicherung, Lindig in Paludetto, Nürnberg
"essaye encore", Centre International de la Communication, Roubaix (F)
"Kulturprogramm deutscher Pavillon" - EXPO 2000, Hannover
"include me out", SpaceStudio, London (GB)

1999
"D’un autre point", influ(x), Roubaix (F)
"ZAC -Zone d’Activation Collective", Musée National d’Art Modern, Paris (F)
"plein air", Galerie Valentin, Paris (F)
"la légende de la vie", Le Faubourg, Straßburg (F)

1998
Albrecht-Dürer Gesellschaft, Kunstverein Nürnberg
"La ville en projets", MAGASIN, Centre d'art National de Grenoble (F)

1997
"Avant votre monde", Studio de la Pensée Materielle, Paris (F)
"Fête de l’Art", Aubin Chevallay, Bourg St. Andeol (F)

1996
"Kunstraum Franken", Kunsthalle Nürnberg, Nürnberg
"time capsule", Paula Cooper Gallery, New York (USA)

1995
"Visitation", Galerie chez Eriko Momotani, Paris (F)